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Astrologischer Briefkasten*

 

Die Idee war ein Volltreffer! Kaum hatten wir in Heft 1/00 unseren „astrologischen Briefkasten“ angekündigt, flatterten schon Anfragen in die Redaktion. Hier Brief Nr. 1 – ein kniffliges Problem! (Vorrede des MerCur)**

 

Liebe Redaktion,

da wir uns, meine Tochter und ich, mal wieder in einer schlimmen Krise befinden, versuche ich auf diesem Wege eine Antwort auf meine Frage zu finden: Was für ein „“böses“ Spiel läuft ab zwi-
schen meiner Tochter und mir? Was sollten wir lernen, ändern oder ähnlich?

Das ungute Spiel hängt wohl zusammen mit der Saturn-Mars-
Konjunktion im Skorpion in Haus 9 meiner Tochter (Abb. 2) und meinem Pluto im Löwen in Haus 12 (Abb. 1).
Diese Konstellationen stehen im Quadrat zueinander, ebenso wie mein Mars-Löwe in Haus 12 zu ihrem Pluto in Waage-Skorpion in Haus 9. Es gibt also zweimal ein Mars-Pluto-Quadrat im Horoskop-
vergleich. Zudem fällt die Saturn-Mars-Konjunktion meiner Tochter in mein 4. Haus. (Abb. 3)
Zur praktischen Auswirkung: Immer wenn ein Transit (außer Jupiter natürlich) diese Konstellationen berührt, geht es bei uns zuhause „sehr heiss“ her. Meine Tochter ist hochaggressiv, und ich spüre, dass sie mich am liebsten „ermorden“ würde, was sie auch schon einige Male geäußert hat. Sie möchte es aber nicht tun, weil sie dann im Gefängnis sitzen müsste, und sie hat doch andere Pläne für ihr Leben (woher weiß ich, dass sie es sich nicht doch noch einmal anders überlegt, und doch mal ausrastet?). Wenn ich frage, was macht dich bloss so wütend, was ist die Ursache, kommt die Antwort: Du bist es! Bei mir hat das praktisch zur Folge, dass ich regelrechte (Todes)Angst vor meiner 15jährigen Tochter habe. Ich wage es nicht einzuschlafen, aus Angst, sie könnte, während ich schlafe, ihren geheimen Wunsch wahr machen. Und denken Sie nicht, ich leide an Verfolgungswahn. Ich bin ein bewusster Mensch, der alles hinterfragt und selbst astrologisch arbeitet.
Aber alle Radixvergleiche und Compositdeutungen haben mich im Endeffekt nicht weitergebracht. Wir waren schon bei Familien-
therapeuten und Kinesiologen, doch auch da habe ich keine Antwort bekommen.
Jetzt läuft Saturn über diese Konstellationen (27.1.2000), und es geht zur Sache. Es wird wieder sehr akut, das Thema (Abb. 4).

 

 

Der Münchner Astrologe Rolf Gleichmann* antwortet:

 
Sehr geehrte Frau x,

Ihr Problem ist komplex. Dass Sie und Ihre Tochter miteinander verstrickt sind, zeigen Ihre beiden Horoskope deutlich. Aus Platzgründen kann ich nur auf die wichtigsten Konstellationen eingehen.
 

                               
Mutter

Abb. 1 Mutter

 

Zu Ihrem Radixhoroskop (Abb. 1): Entscheidend sind die Planeten in Ihrem 12. Haus. Pluto in Haus 12 aus Haus 4 weist darauf hin, dass etwas Ungelöstes aus der mütterlichen Linie in Ihrem Unbewussten virulent ist. Pluto hat die Polarität von Verdrängen respektive Fördern; Mars in 12 will aufdecken. Er entspricht den Leukozyten bzw. Phagozyten im Blut, welche die Aufgabe haben, Fremdkörper aufzuspüren und aufzufressen, den Körper also von Fremdem und Schädigendem zu befreien. Wenn Mars das Ver-
drängte, das sich in Pluto verbirgt, nicht aufdecken kann, wird er zunehmend aggressiv – ähnlich wie ein Vulkan, der längere Zeit nicht ausbricht, also gestaut ist, immer gefährlicher wird. Mars und Pluto in 12 zeigen daher eine immense anonyme Lebensbe-
drohung an. Wahrscheinlich kennen Sie entsprechende Szenen aus Ihren Träumen, in denen Sie z.B. von Haien angegriffen oder von tödlichen Spinnen belauert werden.
Gefordert ist also, dass Sie Verstrickungen und unbewusste Identifikationen familiärer Herkunft aufdecken – und sie lösen! Saturn im 12. Haus in Haus 6 gibt einen weiteren Hinweis: Individuelles Schicksal wurde aufgrund der Lebensumstände (Haus 6) verhindert. Zugleich gibt Ihnen Saturn aus 6 auch die Disziplin und die Wahrheitsliebe, Verdrängtes ans Licht zu fördern.

 

                
Tochter

Abb. 2 Tochter

 

Die Lebensbedrohung (Haus 12) wird nun im Verhältnis zu Ihrer Tochter dramatisiert. Das Radix Ihrer Tochter mit AC Steinbock (Abb. 2) zeigt Saturn und Mars in hervorgehobener Stellung: Im 9. Haus geht es um das Erkennen und die Veranschaulichung von Inhalten. Im Horoskop Ihrer Tochter sind Sie selbst, die Mutter, inhaltlich sowie von der zeitlichen Auslösung her (sieben Jahre pro Haus vom AC ausgehend) der Mond in Haus 6.
Als entsprechendes Thema steht Ihr Mond im 1. Haus in der Jungfrau. Sowohl Sie als auch Ihre Tochter haben ein ausgepräg-
tes seelisches Wahrnehmungsvermögen. Die Opposition des Mondes zu Jupiter im 12. Haus im Radix Ihrer Tochter besagt, dass Themen des 12. Hauses einzubeziehen sind, Bereiche also, die sich der üblichen Wahrnehmung entziehen. Verdrängtes bis in die tief-
ste Wurzel zurückzuverfolgen und zu bereinigen ist eine Fähigkeit Ihrer Tochter – aber auch von Ihnen! Im Häuservergleich steht der Jupiter Ihrer Tochter in Konj. mit Ihrem Pluto: Ihre Tochter hat eine unbewusste seelische Wahrnehmung Ihres Pluto, die zur bewussten Einsicht werden möchte (Polarität der Häuser 6 und 12: Bewusstwerdung von vordergründig und hintergründig Seelischem). Hinzu kommt die Thematik, die Sie in Ihrem Brief ansprechen.
Bei Geburten sind die Konstellationen der Kinder Transite auf die Horoskope der Eltern, was hier die Bedeutung Ihrer Tochter für Sie unterstreicht: Der Saturn (AC-Herrscher) Ihrer Tochter steht exakt im Quadrat zu Ihrem Pluto (Abb. 3). Wahrheitsliebe (Saturn) steht gegen Verhinderung! 



 
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Abb. 3 Synastrie Mutter-Tochter

 

Ferner werden Ihr Mars und Saturn in Haus 12 zur Konj. von Mars und Saturn im Horoskop Ihrer Tochter: Saturn im 9. Haus = Einsicht in das Schicksal anderer, Mars = Energieeinsatz für diese Einsicht auch gegen Widerstände (Saturn). D.h., Ihr eigenes Anliegen wird zu dem Ihrer Tochter. Mars-Saturn Ihrer Tochter will/muss das Verdrängte, das sich in Ihrem Pluto zeigt, aufdecken und begreifen. Doch der Aufdeckungsversuch Ihrer Tochter prallt am Panzer des Pluto ab (der Mars Ihrer Tochter im Quadrat zu Ihrem Pluto) – und schaukelt sich zu „mörderischer Wut“ hoch. Die Wut bekommen Sie ab, sie gilt aber letztlich dem Ungelösten, das die Tochter so intensiv spürt. Allerdings bieten Sie sich als Identifikationsfigur mit dem Verdrängten an, da die Herrin Ihres 12. Hauses (in dem das Ungelöste angezeigt ist) in Ihrem 1. Haus steht, mithin an Ihnen sichtbar wird! Eigentlich möchte Ihre Tochter sich und Sie, als Mutter, befreien, spätestens seit sie 13,5 Jahres alt ist (Uranus-Auslösung).

Sie sind jetzt in einer günstigen Phase für die Lösung der Problematik.
Die Geburt Ihrer Tochter fand statt, als Sie vom AC aus rechtsläufig in Ihrer Fischephase waren (7 Jahre pro Haus): Über das Quadrat des Phasenherrschers Neptun löste sich mit 38.5 Jahren die Sonne aus, da sie exakt in der Mitte des „Kinder-
hauses“ (Haus 5) steht. Gegenwärtig sind Sie – rechtsläufig vom AC aus – in Ihrer Steinbockphase; in dieser Phase lösen sich die Sonne und über das Quadrat zur Sonne wieder Neptun aus, und zwar mit 54.24 Jahren. D.h., es geht jetzt um die Bereinigung (Heilung) des plutonisch Verdrängten, was auch eine Klärung in der Beziehung mit Ihrer Tochter mit sich bringt.

Ferner bildet der laufende Saturn zur Zeit ein Quadrat zu Ihrem Pluto, verstärkt das synastrische Quadrat des Saturns Ihrer Tochter zu Ihrem Pluto, fordert und ermöglicht aber auch die Lösung. Unterstützt wird dieser Prozess durch das Trigon des laufenden Pluto zu seiner Radixposition (Abb. 4).

 

                       
mutter_tochter_4

Abb. 4 Transite

 

Bei Ihrer Tochter ist zwischen 15.5 und 16.3 Jahren besonders die Konjunktion von Mars und Saturn aktiviert: die aggressive Durch-
setzung der Wahrheit. Da Sie jedoch zeitlich und inhaltlich näher an der Problematik sitzen, wäre es Ihre Aufgabe, diese zu lösen. Sie könnten versuchen, Ungelöstes im Leben Ihrer eigenen Mutter (bzw. beim Vater Ihrer Mutter), auf jeden Fall in der mütterlichen Sippe aufzuspüren.
Wo war es z.B. in bezug auf die Lebensumstände nicht erlaubt, das eigenen Schicksal zu leben, wo wurden Schicksal und Leben verdrängt? Der nächste Schritt bestünde darin, sich von der unbewusste Identifikation mit diesen Schicksalen zu lösen, damit sie aus ihrem erstarrten Muster und aus der Wiederholung (Pluto) in Fluss (Neptun) kommen und nicht weitergereicht werden. Anzuraten wäre hier etwa eine Familienaufstellung nach Hellinger als mögliche Form, diese Inhalte ins Licht des Bewusstseins zu bringen.

 

 **Rolf Gleichmanns Analyse zeigt exemplarisch die Vorgehens-
weise nach der Münchner Rhythmenlehre (W. Döbereiner). Verwiesen sei hier auf merCur 1/99; dort wird die Methode verständlich erläutert. Gleichmann selbst hat mehr als 25jährige astrologische Erfahrung. Spezialgebiete sind: Plutothemen, Familie, Partnerschaft und Biografien.

 

*Erschienen in Heft 2/00 des merCur, Trends aus Astrologie, Psychologie und Gesundheit.
www.mercur-astrologie.de

 

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