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Inquisition - Pluto vs. Fische/Mond

 

Ein Horoskop der Inquisition gibt es nicht. Daher bezieht sich die folgen-
de Deutung auf das des Kardinals Joseph Ratzinger, ihres gegenwärtigen Repräsentanten. Ratzinger ist seit über 20 Jahren Chef der Inquisition mit dem Titel "Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre".
Die Materialien zu diesem Artikel stammen aus den unten angeführten Quellen sowie aus neueren Publikationen in Fernsehen, Zeitungen und Internet.
Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß jede Horoskop-
Deutung zwangsläufig eine Karikatur ist, die in einem kreativen Prozeß bestimmte Merkmale herausstellt und überzeichnet. Sie kann somit der Gesamtperson nicht gerecht werden. Genau aus diesem Grund erfordern astrologische Beratungen den lebendigen Dialog.

 


Benedikt_XVI_2007

 


Horoskopdeutung Kardinal Ratzingers

Der Aszendent legt das Hauptthema des Horoskops fest; er bildet den Ausgangspunkt, auf den sich die gesamte Deutung bezieht.
Aszendent Fische: Es geht um das noch ungeteilte Eine, in dem es kein Subjekt und kein Objekt gibt, weder Zeit noch Raum, in dem jedoch alles als reine Möglichkeit enthalten ist und das alles durchdringt. (Jesus: Ich bin Euch näher als eure eigene Haut.") Es läßt sich daher nicht denken oder gar beschreiben, sondern nur in einem Zustand völliger Hingabe erfahren. Meister Eckehart nannte es das "namenlose Nichts".
Im christlichen Kulturkreis wird diese unmittelbare Verbindung mit dem Göttlichen als Mystik* bezeichnet.

Widder im 1. Haus eingeschlossen:
entspricht der Anlage Mars-Neptun, der Rückführung auf das allem zu grunde liegende Prinzip, Aufdecken und Auflösen von es verdunkelnden Vorstellungen (3. Quadrant), Subjektivismen (2. Quadrant) und Egoismen (1. Quadrant).



 
ratzinger

 


Neptun im 6. Haus, seinem "Oppositionshaus", das der Jungfrau ent-
spricht: dieses Erleben der Einheit soll artikuliert, in die Form der Sprache gebracht/übersetzt werden: "trans-personale" Erfahrung und ihre Übersetzung in eine Sprache, die ihr wesensmäßig fremd ist, da auf "diesseitige" Lebensbewältigung ausgerichtet und aus ihr entstanden.
Die Anlage beschreibt die Herausforderung, zwei gegensätzliche Welten in einer Person zu vereinen: den Mystiker (Aszendent Fische, Neptun im 2. Quadranten) als auch den analytischen Wissenschaftler (Herr des Aszendenten in Haus 6). Eine Verbindung, die z.B. Meister Eckehart* gelang, dem Mystiker des 13. Jhdts., der zugleich eine gehobene Stellung innerhalb der Kirche bekleidete, lehrte, predigte und sprachgewaltige Schriften hinterließ. Zu seinem Lebensende hin wurde er, wie viele wahr-
hafte Christen, von der Kirche exkommuniziert. Dem Klerus sind Men-
schen, die Christi Auftrag ernst nehmen und ihm nachfolgen, unbequem.
.

Jupiter im 1. Haus vom MC:
Jupiter symbolisiert den Priester. Seine Bestimmung ist die Weltan-
schauung, das Religiöse, es stellvertretend durch seine Person (Jupiter in Haus 1) zu verkörpern, allerdings dem Aszendenten Fische, in dem er steht, d.h. dem mystischen Erleben untergeordnet.
Hier zeigt sich der Widerspruch zwischen Neptun und Jupiter resp. dem Fische- und Schütze-Prinzip: Entweder Eins-Sein oder Veranschaulichung in Bildern. Letzteres setzt bereits die Spaltung der umfassenden Erfahrung und der Person, die die Gleichnisse erschafft, voraus.
Pluto im Trigon zu Jupiter verengt den Reichtum und die Vielfalt religiöser Bilderwelten zu Gunsten systematischer Geschlossenheit.

Uranus im 1. Haus:
Etwas neues soll aus der Erfahrung der Einheit heraus durch ihn artiku-
liert werden, das eine bestehende Tradition sowie falsche Trennungen aufhebt, zumindest neue Impulse bringt.

Merkur Konjunktion Uranus bezeichnet die Fähigkeit, bisher unbenanntes in Worte zu fassen, den beweglichen, einfallsreichen Intellekt, anderer-
seits seine Zerrissenheit.

Sonne im 1. aus dem 6. Haus: Er verwirklicht seine Anlage durch eben dieses Erleben und Artikulieren.

Soweit, so gut. Zusammenfassend haben wir das Horoskop eines Mannes, dessen Anlage erfordert, sich dem Numinosen zu öffnen und diese Erfahrung auf eine neue, befreiende Weise sprachlich-bildhaft zu vermitteln. Daraus ergäbe sich seine Bestimmung/ Lebensaufgabe: Eine wahrhaft Frohe Botschaft (Uranus und Jupiter auf der Grundlage des Neptun) zu verkörpern und zu artikulieren.

Was brachte diesen von seiner Basis her mystisch und auf individuelle freie Erfahrung hin veranlagten Menschen dazu, sich selbst und andere gegen den Geist des Christentums in das erstickende Korsett der Dogmatik zu zwängen? Die Entwicklung der Kirche, an der er einmal selbst maßgeblich beteiligt war, nach Kräften um Jahrzehnte zurückzu-
schrauben? Und das mittels des mächtigsten Amtes des Vatikans, dem des ehemaligen Goßinquisitors?
Er begann seine Laufbahn mit einem: "...Gefühl des Aufbruchs, einer mit neuem Mut fragenden Theologie und einer Spiritualität, die Veraltetes und Verstaubtes abtat, um zu neuer Freude der Erlösung zu führen."

Widersprüchliche Anlagen,
wie sie in jedem Horoskop auftreten, führen zu einem inneren Krieg, bis sie gelöst sind. Am offensichtlichsten zeigen sie sich in sogenannten Spannungsaspekten. Der Umgang damit ist eine Frage der Reife und Bewußtseinsentwicklung. Die unreifste Variante verdrängt einen der Anteile und verlagert ihn nach außen, sieht ihn dort vergrößert und fühlt sich je nach Neigung herausgefordert, ihn moralisch zu verurteilen bis hin zu seiner Ausrottung (der berühmte Balken im Auge des Nachbarn). Pluto stellt dabei sicher die schärfste Form dar. Die Kunst/Reife besteht darin, den Widerspruch auszuhalten, zu ertragen, auszutragen, bis sich am Punkt des Austragens etwas drittes anstelle des fixierten Widerspruchs entwickelt. Statt nur "bis zwei" (entweder/oder), kann man dann "bis drei zählen".
Oder die Erkenntnis trifft einen schockartig, wenn aus den Fischen der Inhalt über Uranus blitzartig im Empfinden auftaucht. Beide Integrations-
formen bringen mehr Menschlichkeit und einen Kraftzuwachs, da sowohl die Kraft, die man zur Unterdrückung verwendete, frei wird für anderes und zudem die Kraft des Verdrängten integriert wurde.

 

Mond-Pluto: die seelische Befreiung von Dogmen.     

Stattdessen: Dogma der Wahrheit.


Mond:
Über das Numinose der Fische hat man keine Gewalt. Um es aufzu-
nehmen, muß sich die empfangende Seele rückhaltlos und ohne Sicherheit öffnen. Es überschwemmt das kleine Subjektive, das sich in ihm auflöst. Die persönliche Seele symbolisiert der Mond, hier in Haus 7, der Haus 5 beherrscht: Gestalten des über den Aszendenten Fische Empfangenen für die Öffentlichkeit, durch Veröffentlichungen. All das lebt Ratzinger, allerdings oft nur theoretisch auf der Basis der Fische: Er lehrte, ist eine öffentliche Person, publizierte eine Unmenge an Büchern, Artikeln, predigt auch gelegentlich sehr wortgewaltig, ist bekannter als beispielsweise Steffi Graf. Nur eines ist von ihm nicht bekannt - persönliches mystisches Erleben oder auch nur die Praxis der Kontemplation.
 

Pluto:
Pluto stellt Erfahrungen, die aus den Fischen empfangen wurden, in einen geordneten, systematischen Zusammenhang, bildet also Konzepte im ursprünglichen Sinne des Wortes (wie noch in Konzeption = Empfängnis). Der Begriff hat sich bekanntlich inzwischen in sein Gegenteil, zu Machen und Planen gewandelt.
Pluto im Sinne des Im-Griff-Habens wird jedoch zum Feind der ungesteuerten, unkalkulierbaren, anarchischen Erfahrung des Neptun, sowie jedes Lebens, das nur daraus neu entspringen kann.
"Religionsstiftungen" haben mystische Erfahrungen jeweils Einzelner zur Vorausetzung. In deren Folge bildet sich, quasi als Nachlaßverwalter, ein Priesterstand heraus mit seinen spezifischen Konzepten formulierter Religion, Ritualen, Dogmen, Ordnungen, Hierarchien etc. Er tradiert nicht einfach den Bericht von Gotteserfahrung, so wie Mythen und Märchen als Sinn stiftend zwanglos durch die Generationen als Gleichnisse der Erfahrung des Seins weitergereicht werden. Er setzt sich als Mittler zwischen Gott und die Menschen, und um sich diese Funktion und die damit verbundene Macht zu erhalten, muß er, konsequenterweise, den Zugang des Einzelnen zum Göttlichen blockieren. Verbindet sich die Religion mit weltlicher Macht, so kann sie ihren Anspruch gegen die Interessen der Gläubigen um so leichter durchsetzen.
Die Frohe Botschaft besteht darin, daß sie die Einheit von Mensch und Gott verkündet in Sätzen wie , "Wahrlich, ich bin Gottes Sohn", "Ihr seid meine Brüder und Schwestern", "Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, so bin ich mitten unter euch.".
Wenn die Kirche nicht wirklich Gottes Wort lebt und weitergibt, sondern eine ausdrückliche Trennung zwischen Gott und seinen Geschöpfen künstlich aufbaut und erhält - so verfehlt und mißbraucht sie ihren Auftrag und das Vertrauen der Gläubigen. Sie sät damit Spaltungen und Zwietracht. Nirgends im Neuen Testament ist von der Institutionalisierung eines christlichen Schriftgelehrtenstands die Rede, einer Neuauflage des Pharisäertums, das weit gehend seinen Auftrag nicht nur nicht erfüllt, sondern mißbraucht, dem es um die Erhaltung seiner Macht mit feudalistischen Methoden geht, statt im Geiste des Neuen Testaments christlich demütig als Brücke zu einem Leben in Gott zu dienen, hier und jetzt, das "Folget mir nach" auf Erden zu erleichtern. Der Vatikan ist der letzte westliche absolutistische Staat.


Pluto als Verhinderung
Sofern Neptun als Voraussetzung des Pluto nicht gelebt wird, gibt die Position des Pluto mit seinen Aspekten an, was und wo verhindert wird, sowohl erleidend als auch aktiv.
Die Quadratstellung von Pluto zu Mond:
Das Empfinden hat Angst, sich rückhaltlos seiner Tiefe, d.h. dem Neptun, zu öffnen. Sie weist in der persönlichen Biographie hin auf eine die Familie emotional dominierende Mutter, von deren seelischer Überlagerung sich zu befreien notwendig ist, um zu seiner Eigenart zu finden. Diese Konstellation und der befreiende Umgang mit ihr wird im Neuen Testament angesprochen, als Maria ihren Buben nach langem Suchen im Tempel findet und ihm Vorhaltungen macht. Jesu beispielhafte Antwort: "Weib, was habe ich mit Dir zu schaffen? Muß ich nicht sein in dem, was meines Vaters ist?" Jesus hatte sich von der mütterlichen Umklammerung befreit und sich dem Göttlichen zugewandt. Hier ist seine Aufforderung "Folget mir nach!" bei Ratzinger wohl nicht angekommen. Über seine Mutter findet sich kaum etwas, er selbst aber spricht stereotyp lediglich von "die gute Mutter" und "die guten Eltern". An die Stelle der zu vermutenden persönlichen Über-Mutter treten die All-Mutter Maria und die allein selig machende "Mutter Kirche". Sie gewährt Geborgenheit, Schutz und materielles Auskommen, sofern und so lange man sich ihren Machtstrukturen und Dogmen unterwirft. Erst wenn man selbständig zu leben und denken beginnt, holt man sich an den beengenden Gitterstäben schmerzhafte Wunden. (Katholische Priester, die ein ganzes Leben lang der Kirche gedient haben, werden ohne jede Altersab-
sicherung verstoßen, wenn die Heilige Kongregation der Glaubenslehre das zur Erhaltung der Denk- und Glaubensdisziplin als notwendig erachtet.) Die Fische-Anlage, die unbedingt ins Leben will, heizt den inneren Widerspruch gewaltig an. Wie ein Ball, der unter Wasser gedrückt wird, drängt er nach oben, es ist ständiger Energieeinsatz erforderlich, um ihn am Aufsteigen zu hindern. Es kommt zu einer starken Spannung zwischen Pluto auf der einen - im Griff haben und im Griff gehalten sein - und Neptun sowie Uranus auf der anderen Seite.
Pluto-Mond zeigte sich bei Ratzinger im Rahmen des Religionswissen-
schaftlers als Dogmatiker. Das eigene Empfinden - Mond wird verboten bzw. der Lehre untergeordnet. Pluto in Haus 5: Das Verbot erstreckt sich auf ein individuelles Erleben und Gestalten des Lebens überhaupt, insbesondere des religiösen. Nur im Rahmen des Dogmas und den Mitteln seiner Rechtfertigung und Einhaltung darf er "erfinderisch" sein.
Der nach Haus 7 gehende Mond-Pluto spiegelt die seelische Beengung und Unterwerfung, die nicht damit zufrieden ist, sich nur gegen die eigene Seele zu wenden, sondern auf Macht über alle Katholiken und darüber hinaus in die Öffentlichkeit zielt.

Als leuchtendes Vorbild theologischen Gehorsams führt er seinen verehrten Lehrer Söhngen an, Zitat: "der sich (wie die meisten damaligen Theologen, 1949) leidenschaftlich gegen die Möglichkeit ... der Dogmatisierung der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel" aussprach. Auf die Frage: "Was aber werden Sie tun, wenn das Dogma doch kommt? antwortete Söhngen nach einem Augenblick der Besinnung: Wenn das Dogma kommt, werde ich mich daran erinnern, daß die Kirche weiser ist als ich, und ihr mehr vertrauen als meiner eigenen Gelehrtheit. Ich glaube, daß diese kleine Szene alles sagt über den Geist, in dem hier kritisch und gläubig Theologie betrieben wurde." Das fürchte ich auch. Und wer ist die Kirche?

Ein schauriges Beispiel der Spitzfindigkeit (Uranus-Merkur in Haus 1) bietet sein Argument, warum die Mehrheit der Gläubigen doch keine Mehrheit sei - weil nämlich zur Gesamtheit der Gläubigen nicht nur die Lebenden, sondern auch die Toten zu rechnen seien, und die überwögen bei weitem. Vielleicht hätten die Verstorbenen sich aber in der Zwischen-
zeit auch weiterentwickelt? Es gibt ja nicht nur ewig-Gestrige. Hieße das übertragen auf die Gesellschaft der lebenden und toten Deutschen, daß bei heutigen demokratischen Wahlen auch die Stimmen der alten Germanen gezählt werden müßten oder zumindest der Nazis?
 

Fische und Uranus gegen Pluto-Mond:
Ratzingers Lebensthema liegt im Widerstreit von Fische und Uranus auf der einen Seite und Pluto Quadrat Mond auf der anderen; zwischen plutonischer Dogmatik und dem persönlichen Empfinden (Mond) sowie dem Einsatz erst für, dann gegen befreiende Neuerungen und Reformen im Sinne von Freiheit für theologische Forschung und Lehre als auch mehr Kollegialität und Mitbestimmung in der Kirche (sämtlich Uranus-
Themen).

Der uranische Ratzinger
kämpfte in seinen frühen Jahren gegen die eingefahrenen Machtstruk-
turen der katholischen Kirche.
So ging es in seiner Habilitationsschrift um eine neue (Uranus) Auslegung (Haus 6) der Offenbarung (Jupiter) als Akt, in dem Gott (Fische) sich zeigt. Dazu gehöre immer das "empfangende Subjekt" (Mond). Die öffentliche Habilitationsvorlesung (auf die sein Stolz heute noch nach-
klingt) soll wegen der "revolutionären" Gedanken einem Inquisitions-
tribunal geähnelt haben. Zusammen mit Karl Rahner und Hans Küng gehörte er zur progressiven Front, die sich von der "ewigen Gestrigkeit" befreien wollte. Sie setzten sich energisch für eine erneuerte Vision der Kirche ein.

Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil spielte Ratzinger eine zentrale Rolle als persönlicher theologischer Berater des als gemässigt geltenden Kardinal Frings. Dieses Konzil fällt in Ratzingers Mond-Pluto-Phase. Wichtige Punkte waren, das Gleichgewicht zwischen Pabst und Bischöfen wieder herzustellen, den Ökumenismus zu pflegen und die unange-
messene Macht der Kurie, insbesondere der "Inquisition", in die Schranken zu weisen. Am 8. November 1963 hielt Frings eine flammende Rede - wahrscheinlich von Ratzinger verfaßt, die mit lang anhaltendem Beifall und lauten Rufen der 2.135 anwesenden Kardinäle und Bischöfe bedacht wurde, einem unerhörten Verstoß gegen die Konzilvorschriften. Er sagte: "Das gilt auch für das Heilige Offizium, dessen Methoden und dessen Verhalten nicht im geringsten der heutigen Zeit entsprechen und einen Grund des Anstoßes für die Welt darstellen.... Niemand sollte beurteilt und verdammt werden, ohne angehört zu werden, ohne zu wissen, wessen er bezichtigt wird, und ohne die Gelegenheit zu haben, das zu berichtigen, was ihm billigerweise vorgeworfen werden kann."**

Einige Monate vor Beginn dieses Konzils am 11. Oktober 1962 löste sich im rechtsläufigen Rhythmus der Phasenherrscher Pluto aus, der letzte Sitzungstag am 18. November 1965 fällt auf die Auslösung des Mondes über das Quadrat von Pluto, zusätzlich wurde der Mond direkt ange-
troffen und transportierte Pluto in sein 4. Haus. Das brachte quasi die Verdoppelung der eigentlichen Seite des Pluto-Mond-Quadrats, eine Befreiung innerhalb von Mutter Kirche.


1968 kam es zu Ratzingers letzter uranischer Aktion. Er unterstützte, im Geiste des von ihm mitgetragenen Konzils, eine weitere Veröffentlichung von 1.360 katholischen Theologen aus 53 Ländern, die den Konsens der damaligen Zeit wiederspiegelt: "Jegliche Form der Inquisition, wie unterschwellig auch immer, schade nicht nur der Entwicklung einer erkundenden Theologie, sie verursache auch der Glaubwürdigkeit der Kirche als einer Gemeinschaft der heutigen Welt irreparablen Schaden. Sie erwarteten, daß ihre Freiheit respektiert werde, wann immer sie ihre wohlbegründeten theologischen Überzeugungen nach bestem Wissen und Gewissen verkündeten und publik machten."**

 

Der tiefgreifende Wandel in Ratzingers Denken

trat 1967/68 ein, als der transitäre Pluto Ratzingers Deszendenten überlief. Die Studentenunruhen waren in Tübingen, der theologischen Hochburg, an der er lehrte, besonders aktiv. Der Protest als der des Uranus gegen Pluto richtete sich gegen die Verdrängungen der Nazi-Zeit und der Generation, die das System damals aktiv und passiv gestützt hatte. So ohrfeigte Beate Klarsfeld öffentlich den damaligen Bundeskanzler Kiesinger für sein leitendes publizistisches Engagement während des Krieges. Ferner wurden verkrustete und unlebendige Strukturen jeder Art angegriffen, in der Universität, der Gesellschaft, aber auch in der Kirche, der vorgeworfen wurde, sie passe sich im wesentlichen staatserhaltend den Mächtigen an und nähme generell an der Ausbeutung und Unterdrückung der Schwachen und Armen teil. Die Eltern-Generation hatte ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. Der z.T. gewalttätige Ausbruch der Studenten entsprach der vorherigen Frustration. Die theologischen Seminare wurden zum Zentrum der marxistischen Bewegung. Seine eigenen Studenten stimmten den Slogan an: "Verflucht sei Jesus!", was Ratzinger zutiefst entsetzte.
Der Ratzinger begegnende Pluto zeigte ein doppeltes Gesicht: der Kampf gegen Unterdrückung, der aber selbst zum Teil ideologisch gesteuert war, durch marxistische Vorstellungen und Vorstellungen von Freiheit. Hier hatte er die Chance zu er- neut zu erkennen, daß jede Ideologie zerstörerisch wirken muß, vor allem, wenn sie sich gewaltsam "zum Wohle der Menschheit" durchzusetzen versucht. Statt dessen verschrieb er sich völlig der auf ihre Weise gewaltsam vorgehenden Gegen-Ideologie, der er eh schon angehörte, wenn auch gemäßigt und unter liberalen Ansätzen.

1968, für Ratzinger das "annus horribilis", das schreckliche Jahr, führte zu einem besinnungslosen Umschlagen seiner Kampfrichtung. Als Dogmatiker mit liberalen Neigungen konnte er seinen Neptun und Uranus nicht zufrieden stellen. Statt nun die äußeren Ereignisse als Spiegel anzunehmen und sich von ihnen innerlich berühren zu lassen, versäumte er die Chance, die Gewalt jenes Schocks zu nutzen, um sich nach innen zu wenden. Er wechselte die Richtung seiner Energien, wie eine von der Bande abprallende Billardkugel, und ließ sie in die andere Richtung schießen. Statt zu erkennen, daß die Überreaktion jener Zeit Folge der langen Unterdrückung von Freiheit und Menschlichkeit war, ließ er seine jugendlichen Religionsstudenten panisch im Stich. Weil er als Mensch vor sich selbst versagte, konnte er seinen Studenten keine Orientierung bieten.

Nun trat er nicht mehr für Uranus, mehr Freiheit, Brüderlichkeit und gegen die kirchlichen Machtstrukturen an, sondern schlug sich voller Entsetzen und unter verstärktem Einsatz auf die Seite eben jener Jahr-
hunderte alten Unterdrückung, die er vorher so leidenschaftlich bekämpft hatte. Nur durch Repression und Machtausübung glaubte er die wilden, unkontrollierten Kräfte des Aufbruchs in Schach halten zu können, Unterwerfung und Gehorsam fordernd. Damit demonstrierte er einen bemerkenswerten Mangel an Einsichtsfähigkeit und menschlicher Reife.

Sein Gesinnungswechsel wurde die Voraussetzung für die Karriere innerhalb der Kurie, seinen raschen Aufstieg zum Erzbischof, Kardinal und Präfekten. Als Präfekt der Inquisition gelangte er dann in jene mächtige Position, um den nur im äußeren vermeinten Feind zu bekämpfen.
Der liberale Theologe Hans Küng, ein früherer Freund und Kollege Ratzingers, ließ in diesem Zusammenhang anklingen, Ratzinger habe seine Seele (Mond) an die Macht (Pluto) verkauft.


Exkurs zur Inquisition:

In Reaktion auf die umwälzenden Veränderungen seit der Renaissance mit ihrer Befreiung (Uranus) von der mittelalterlichen kirchlichen und feudalen Ordnung wurde 1542 die Inquisition in Rom zentralisiert, um ihre Macht zu stärken. Die Zahl der Inquisitionsprozesse und Hexenverbrennungen stieg gewaltig an. Das "Zeitalter der Entdeckungen" ließ das fest gefügte mittelalterliche Weltbild unaufhaltsam bröckeln und trug zu weiterer Verunsicherung des Katholizismus bei: 1492 die "Entdeckung" der "Neuen Welt" Amerika, 1519-22 bewies die erfolgreiche Erdumsegelung, daß die Erde eine Kugel ist.
Die Reformation seit 1517 und der mit ihr verbundene Humanismus unterhöhlten die Autorität der Kirche, ab 1525 bestimmte der jeweilige Fürst die Religion seines Landes, die Kirche verlor immense Besitztümer an die protestantischen Fürsten. Die Gegenreformation von 1555 - 1648, an der die Inquisition maßgeblich beteiligt war, endete erst nach dem verheerenden 30-jährigen Krieg. Weitere wissenschaftliche Entdeckungen der Neuzeit untergruben das mittelalterliche Weltbild. Es folgte die von England Ende des 17. Jahrhunderts ausgehende Aufklärung mit ihrer Kritik am absoluten Wahrheitsanspruch der Offenbarungsreligion und der absoluten Monarchie. Das Evangelium wurde als Lehre von der Verbesserung der Welt gedeutet. Die Macht des Pabsttums schwand zusehends. Die Polizei des offiziellen Katholizismus blieb weiterhin die Inquisition. Heute ist sie der älteste funktionierende Geheimdienst und gleichzeitig Gerichtshof der Welt.

Ein Großteil der Aufgaben der heutigen Inquisition umfasst die Prüfung von Wundererscheinungen. Jede Anerkennung eines Wunders als authentisch schmälert die Autorität der Kirche, denn jedes Wunder ist ein Beweis dafür, dass das Göttliche sich unmittelbar unter Umgehung der Kirche in einzelnen Menschen offenbart.

Ratzinger sieht seine Aufgabe im wesentlichen als die eines Arztes, der ein Krebsgeschwür an der Seele der Gläubigen wegschneidet - Mars aus Haus 1 im 4. Haus. Bei der Auslösung des Mars wurde er Präfekt der Glaubenskongregation. Allerdings arbeitet er nicht im Dienste der Wahr-
heit, sondern der tradierten Dogmen und der päpstlichen "Unfehlbarkeit". Scharf vorgehen muß er, weil eine große Mehrheit der Katholiken die päpstliche Lehre u.a. bezüglich Empfängnisverhütung, der Ehe von Priestern, der Berufung von Frauen zum Priesteramt und der Verteufelung der Homosexualität mißbilligt.

 

Verlogene Machtausübung

Der Kampf gegen Uranus zeigt sich u.a. im erbitterten Kampf gegen die Befreiungstheologie, die den Ärmsten und Kranken in Lateinamerika in christlicher Nächstenliebe praktische Hilfe leistet. Der Grund liegt in der Angst der Kirche vor der Anfälligkeit dieser Länder für den Kommunismus (Uranus, Aufhebung von Unterschieden), die aber aus dem krassen Unterschied zwischen Arm und Reich stammt. Man arrangiert sich lieber mit den Mächtigen. Ratzinger argumentiert, die Aufgabe der Kirche liege in ihrer Vermittlerfunktion zum Himmel, also darin, für das Leben nach dem Tod sorgen. Demnach ist es unchristlich, sich für die irdischen Bedürfnisse der Menschen einzusetzen. Wie wäre die Kirche wohl mit Jesus umgesprungen angesichts seiner Speisungen und auch körperlichen Heilungen?

Argumentiert wird damit, sich angeblich nicht in die Politik einzumischen. Tatsächlich mischt sich die katholische Kirche vehement ein, und zwar immer, wenn es um ihre Interessen geht. Ein krasses Beispiel der neueren Geschichte sind die ersten Wahlen nach dem 2.Weltkrieg in Italien, als der Sieg der Kommunisten eindeutig bevorstand. Um den Christdemokraten zur Macht zu verhelfen, setzte die katholische Kirche die Priester und Gläubigen mit massiven Repressalien unter Druck, durch Sakramentsverweigerung und Erpressungen unterschiedlicher Art. Ihr Argument: "Mit Faschisten können wir zusammen arbeiten, mit Kommunisten nicht." ***
Marxismus und Katholizismus konkurrieren und beschimpfen sich aus ihrer inneren Verwandtschaft:
Beide verheißen die Erlösung (Uranus) des Menschen jenseits der Gegenwart, die eine im Paradies, die andere in Zukunft auf Erden; dazu muß man sich der reinen Lehre unterwerfen, in deren Namen auch Unmenschlichkeiten begangen werden dürfen nach dem Motto, daß der (edle) Zweck die Mittel heilige. Abweichler werden mit grausamsten Mitteln verfolgt.

 

Es folgen die Horoskope zweier ehemaliger Kollegen von Ratzinger.
Beide waren Dogmatik-Professoren, als solche astrologisch ausgewiesen durch den Aszendenten Jungfrau mit dem dazugehörigen Merkur in Haus 6, der auch aus Haus 10 kommt: 
Forschung, Analyse (Jungfrau) und Vermitteln (Zwillinge) als hauptsäch-
liche Anlage und Bestimmung/Auftrag, verbunden durch Pluto-
Betonungen. Beide Horoskope weisen eine fast identische Häusereinteilung auf.

 

 
karl_rahner

 

 

Karl Rahner war als Kollege mit Ratzinger in dessen Zeit vor 1968 befreundet, wandte sich gegen den Machtmißbrauch der Kirche, die eine sündhafte und ungerechte Kirche sei, und die sich oft in ihren Lehrmein-
ungen und Entscheidungen irre, was aber selten ehrlich eingestanden werde.
In Rahners 7. Haus stehen Jupiter und Mars: die kämpferische Einsicht, Kampf für Toleranz. Uranus als Herr des 6. Hauses im 4. zeigt die Richtung seines Wirkens an: die seelische Befreiung im Rahmen der dogmatischen Religion (Jupiter als Herr des I.C. in Haus 7, Jupiter Quadrat Pluto). Den Dogmatiker kennzeichnet das Quadrat seiner Sonne zu Pluto nahe beim M.C.
Neptun in Haus 10, die Erfahrung Gottes, war jedoch für ihn zentral, an ihr mußten sich Dogma und Überlieferung messen: "Der Fromme der Zukunft wird ein Mystiker sein."
 

 
hans_kueng

 


Hans Küng, der Ratzinger in die theologische Fakultät nach Tübingen geholt hatte und wie Rahner anfangs mit ihm befreundet war, wandte sich ebenfalls gegen das Dogma der päbstlichen Unfehlbarkeit, da sie nicht durch das Neue Testament gestützt sei, sowie gegen die Praktiken des Heiligen Officiums. 1967/68 kam es wegen seiner Einstellung zur päpstlichen Autorität erstmals zu Ermittlungen gegen ihn unter der Leitung Ratzingers, im Dezember 1979 entzog die Glaubenskongregation ihm die Lehrbefugnis. Ein Hauptargument war das Säen von Zweifeln in der unbedarften Seele der Gläubigen.
Später sagte Küng über Ratzinger: "Er ist die Hauptautorität des Amtes der Inquisition. Es ist, als führte man mit dem Chef des KGB ein allgemeines Gespräch über Menschenrechte."*

 

*Mystik
Unsere Sprache ist für die greifbare "Realität" geeignet, nicht aber, um derlei Erfahrungen der "Wirklichkeit" zu beschreiben. Hier geht es um das, was zwar wirkt, jedoch dem Alltagsbewußtsein nicht wahrnehmbar ist und ihm deshalb absurd erscheinen muß. Bekannte Mystiker fanden dafür folgende Formulierungen:
Jakob Böhme nannte es den "immerwährenden Anfang".
In Meister Eckeharts Worten: "Manche einfältigen Leute wähnen, sie sollten Gott (so) sehen, als stünde er dort und sie hier. Dem ist nicht so. Gott und ich, wir sind eins. Durch das Erkennen nehme ich Gott in mich hinein."
Eines der jüngsten Opfer der Inquisition, der ökumenisch orientierte ehemalige Pater Willigis Jäger, dem die Glaubenskongregation unter Leitung von Kardinal Ratzinger im vergangenen Jahr ein Rede-, Schreib- und Auftrittsverbot erteilte und der daraufhin sein Priesteramt nach vergeblichen Einigungsversuchen mit dem "Heiligen Officium" niederge-
legte, beschreibt die Vorausssetzungen zur Erfahrung des Fische-Prinzips als Befreiung von den Überlagerungen des Pluto folgendermaßen:
"Für sie (die Mystik) gilt: Zieh aus aus Deinen religiösen Vorstellungen. Zieh aus aus den Worten, Bildern und Konzepten von Gott. Zieh aus aus der Sicherheit und Geborgenheit einer schützenden und behütenden religiösen Überzeugung... Der Mensch erfährt Einheit, wenn er wirklich ganz da ist, offen und unbesetzt. Jede theologische Meinung grenzt ein. Sie bleibt im rationalen Bereich stecken." Klar, daß dem Vatikan das nicht gefällt.

 Biographien:
- * John L. Allen: "Kardinal Ratzinger", Patmos Verlag,
     Düsseldorf 2002
-**Joseph Kardinal Ratzinger: "Aus meinem Leben", TB Heyne
     Verlag, München 2000
-   Ratzinger: "Salz der Erde", DVA Taschenbuch

***Die geheime Inquisition, dreiteilige Fernsehreihe, Arte im
      November 2002, Wiederholung im ZDF jeweils sonntags
      um 19 Uhr 30 am 12., 19. und 26. Januar 2003, auch als
      Video erhältlich.



copyright Rolf Gleichmann, Januar 2003

 
 

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