0_Gleichmann_Rein_Innen

Astrologie

Beratungsangebote:

Kreativität im Horoskop

Partnerschaft

Astrologische Psychotherapie

Familie/Schwangerschaft

Pluto-Themen

Geburtszeitkorrektur

Astrologie Unterricht, Kurse...

Honorar


neue Artikel:

Astrologischer Rückblick -
US-Präsidentschaftswahlen

USA: Präsidentschaftswahlen 2016 -
Clinton, Trump, Sanders, Bush, Cruz

Eineiige Zwilllinge mit Pluto-Uranus

Neuerscheinung im Astrokosmos Verlag:
Astromedizin II - Krebserkrankungen

Archiv Online-Artikel

zur Person

Impressum

www.mein-richtiger-beruf.de

www.astrokosmos-verlag.de

 

 

Friedensnobelpreis - und was sagt Pluto dazu?




nobel1


In diesem Horoskop fällt die starke Pluto-Betonung in exakter Opposition zu Uranus und Sonne auf, die überhaupt nicht nach Frieden aussieht. Hinzu kommen Pluto in ebenfalls exaktem Spiegelpunkt zu Mars und Saturn, Mars Konjunktion Saturn, Mars Spiegelpunkt Uranus und Sonne, Saturn und Jupiter Spiegelpunkt Uranus usw. - es wimmelt von harten Spannungen.

 

Alfred Nobel


Die Voraussetzungen dieses Horoskops liegen einerseits im Stifter und Erfinder des Nobelpreises, Alfred Nobel, geboren 21.10.1833 in Stockholm, Geburtszeit unbekannt, der sein gewaltiges Vermögen hauptsächlich mit der Erfindung und Vermarktung von Dynamit (Mars-Pluto-Uranus) verdiente. Bereits sein Vater erfand u.a. Wasserminen zum Schutz der Bucht vor St. Petersburg und war Ausstatter der russischen Armee - also durchaus kriegerisch bzw. am Krieg (Mars-Pluto) verdienend.

Andererseits spiegeln diese Konstellationen das Gedankengut, das dem Friedensnobelpreis zu grunde liegt. Es ist die Sehnsucht nach Frieden, den Krieg als Strategie zur Lösung von Konflikten zu überwinden, und zwar Dank der Leistungen hervorragender Einzelner. Dem stark besetzten Zeichen Schütze gemäß handelt es sich um eine idealistische Weltanschauung, die aus dem 19. Jahrhundert mit seinem Glauben an Fortschritt und das Genie Einzelner stammt und die bereits 1918 der Wissenschaftshistoriker Edgar Zilsel als "Genie-Religion" bezeichnete. Nietzsches Übermensch, die Ideen von der Überlegenheit einer Rasse, des Übermenschentums im Sinne der heutigen Esoterik usw. entstammen ebenfalls dieser Zeit: Hier wurde das "Genie" verherrlicht, das der dumpfen Masse vorausleuchtet auf dem Weg in eine fortschrittliche Zukunft, einsam und zu seiner Zeit meist verkannt. Alle Genies zusammen bildeten dieser Ideologie zufolge eine Art Bruderschaft mit beinahe göttlicher Schöpferkraft (Sonne-Uranus-Jupiter), deren eine die Gesamtheit der Nobelpreisträger darstelle.
Diese Form weltlicher Religion zeigt sich in Pluto = die Vorstellung vom Besonderen, des Auserwähltseins, der Reinheit = Uranus, wie sie sich später katastrophal im NS-Staat konkretisierte.
Ralph Waldo Emerson gab dieser Ideologie 1850 die folgenden Worte: "Welche Entschädigung ist ein großer Mann für eine ganze Generation von Pygmäen: Jede Mutter wünscht, daß doch einer ihrer Söhne ein Genie werde, wenn auch alle übrigen mittelmäßig bleiben sollten." Mamas Sieger* (Pluto Opposition Uranus) läßt grüßen; sowie Mond Opposition Pluto - die Unterwerfung unter die Vorstellungen der Mutter: geniehafte Leistungen, damit die Mama stolz sein kann.
Mamas Lieblinge sind nur Männer, daher das Überwiegen männlicher Preisträger im Verhältnis zu Frauen, nämlich bis heute 730 zu 29.

Dieses Erbe schlägt sich darin nieder, daß auch ganz und gar nicht friedlich gesonnene Menschen den Friedensnobelpreis erhielten.
Darunter befinden sich die US-Präsidenten Woodrow Wilson und Theodore Roosevelt mit ihren Spielarten von amerikanischem Imperialismus**, ferner Henry Kissinger ***, Menachem Begin und Yasir Arafat.
1938 wurde sogar Hitler für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen; da man sich nicht zwischen ihm und seinem Mitkonkurrenten Mahatma Gandhi entscheiden konnte (!), wurde ein dritter gewählt.
Für den Preis des Jahres 2002 waren George W. Bush und Tony Blair vorgesehen; dank 43.000 Protestschreiben wurden sie, angesichts ihrem Kriegsbetreiben, nicht öffentlich als Vorreiter des Friedens ausgezeichnet.

 




Der diesjährige Preis ging bekanntlich an den verbindlich lächelnden Jimmy (James Earl) Carter, Aszendent und Sonne in der Waage, der, zwar gemäßigt, aber nicht nur liberal, sich während seiner Amtszeit als US-Präsident durch seine Anordnungen die Finger mit Blut beschmutzte. Ein Jahr nachdem er nicht wieder gewählt wurde, erfand er sich neu in der Rolle als amerikanischer ExPräsident, der nunmehr als Friedensstifter weltweit unterwegs ist und sich als solcher verherrlichen läßt.
Aszendent und Sonne in der Waage lieben öffentliche Auftritte mit breitem Lächeln, insbesondere, wenn es um Ausgleich und Frieden geht. Pluto exakt am MC und im Quadrat zum Aszendenten sowie zur Sonne, im Spiegelpunkt zu Uranus (Konstellationen wie bei der ersten Friedensnobelpreis-Verleihung), Mond im haargenauen Trigon zu Pluto, sprechen eine ganz andere Sprache: ein eiskalter und ehrgeiziger Mann, der im Auftrag der Mutter (Pluto am MC) als ihr Sieger die höchste Macht erstrebt und dabei wenig Skrupel kennt.

 *Diese treffende Wortschöpfung stammt von W. Döbereiner.

**Roosevelt erhielt den Friedensnobelpreis 1905 für die Vermittlung des Friedens zwischen Rußland und Japan. Davor hatte er sich jedoch durch kriegerische Vorlieben und Aktivitäten ausgezeichnet:
1882 erschien sein erstes Buch “Der Seekrieg von 1812”; 1889 “Die Eroberung des Westens” als erster Band seines Hauptwerks über die territoriale Expansion der USA.
1898 gab er sein Amt als Staatssekretär auf, um zu Beginn des Krieges gegen Spanien ein Kavallerie-Regiment aus Freiwilligen zu organisieren. Durch siegreiche Kämpfe auf Kuba wurde er zur Symbolfigur des militärischen Erfolgs der USA, was ihm den Weg zum Gouverneursamt des Staates New York ebnete.
Schon vor 1905 betrieb er eine damals sogenannte ´Politik des großen Knüppels` gegenüber kleineren Mächten. So ließ er 1903 die kolumbianische Provinz Panama besetzen, um sie zu einer Republik unter US-Herrschaft zu machen, damit der Panama-Kanal unter amerikanischer Kontrolle blieb.
Auch nach 1905 zeigte er eine alles andere als friedliebende Gesinnung, indem er 1906 in die Marokko-Krise eingriff, 1914 die USA zur Unterstützung der Alliierten aufrief, 1916 die Kriegserklärung an Mexiko forderte. 1917 wollte er sogar eine eigene Kriegseinheit aufstellen, 1918 lehnte er die Idee des Völkerbunds ab.
 
Auch Woodrow Wilson erwies sich als durchaus nicht zimperlich, wenn es darum ging, Ziele gewaltsam durchzusetzen:
Gegenüber Lateinamerika griff er zu militärischen Mitteln; 1916 besetzten die USA die Dominikanische Republik; 1919 veranlaßte Wilson die Deportation von 249 Kommunisten in die UdSSR; 1920 erfolgten zahlreiche Massenverhaftungen von Kommunisten.

***Kissinger wurde der Friedensnobelpreis 1973 zugesprochen wegen Friedensbemühungen mit Nord-Vietnam, innerhalb derer es zu einem Waffenstillstand kam. Der gemeinsam mit ihm vorgeschlagene Le Duc Tho lehnte die Ehrung anstandshalber ab, ´weil es ja noch keinen echten Frieden gäbe` und der Krieg noch 3 Jahre dauern sollte, bis Nord-Vietnam schließlich den Süden eroberte.
1969 riet er Nixon zu dessen geheimem Bombardement des neutralen Kambodscha, um Lieferungen zum benachbarten Nord-Vietnam zu unterbinden - nach internationalem Recht ein klares Kriegsverbrechen.
Gegenwärtig laufen in Washington Untersuchungen gegen ihn, weil er 1970 in einer Mord- und Subversionskampagne u.a. die Ermordung des chilenischen Generals René Schneider angeord-
net habe. Es liegen Fakten vor für sein unmittelbares Engagement in der Leitung, Planung und Finanzierung sowie der allgemeinen Unterstützung durch die Organe der US-Regierung. In den Putsch gegen die rechtmäßig gewählte Regierung Chiles am 11.9.1973 waren Nixon und sein Außenminister Kissinger persönlich verwickelt.
Originalton Kissinger als damaliger Staatssekretär Nixons, bevor die CIA die demokratisch gewählte Regierung des sozialistischen Präsidenten Salvadore Allende entmachtete, um den ihm willfährigen Pinochet einzusetzen: “Ich sehe nicht ein, warum wir tatenlos zuschauen sollten, wie ein Land wegen der Unverantwortlichkeit seiner Bevölkerung kommunistisch wird. Diese Dinge sind viel zu wichtig für die chilenischen Wähler, um sie selbst entscheiden zu lassen.”, womit er ein seltsames Demokratieverständnis bekundet.
Einen aufschlußreichen Artikel über die Südamerika-Politik der USA finden Sie in der sehr empfehlenswerten Zeitschrift Le Monde-diplomatique, die auch ein umfangreiches kostenloses online-Archiv unterhält.
Nach Vietnam, Kambodscha und Chile war er auch in Laos, Bangladesch, Zypern und Ost-Timor unfriedlich engagiert. Eine ausführliche Diskussion hochkarätiger Teilnehmer können Sie lesen unter http://www.harpers.org/online/kissinger_forum . 
Tip: Wenn Sie die Seiten unter google.de, Stichwort Henry Kissinger, aufsuchen, können Sie den Artikel auf Deutsch lesen.

copyright Rolf Gleichmann, Dezember 2002

 
              
zur Übersichtsseite des Archivs